Rhizonata folgt keiner linearen Ordnung. Bilder aus unterschiedlichen Zeiten begegnen einander, greifen Gedanken auf, widersprechen sich und schaffen Verbindungen, wo zunächst vielleicht keine vermutet werden.
Der Titel führt zwei Vorstellungen zusammen. Das Rhizom wächst ohne Stamm und Krone, ohne eindeutige Mitte, in verschiedene Richtungen zugleich. Die Sonate entwickelt sich in Sätzen, in wechselnden Tempi und Stimmungen. Beides findet sich in der Ausstellung wieder.
Die analoge Fotografie bildet das Fundament von Hildegard Webers Arbeit. Von ihr aus verzweigen sich Bilder und Werkgruppen, die politische und gesellschaftliche Wirklichkeit ebenso berühren wie persönliche Wahrnehmung, Erinnerung und Alltag. Dabei entsteht keine Hierarchie und keine vorgegebene Lesart.
Motive können unmittelbar verständlich erscheinen und sich im nächsten Moment verschieben. Ernst und Ironie liegen nah beieinander. Vergangenes trifft auf Gegenwärtiges, Bekanntes auf irritierende Zusammenhänge.
So versteht sich Rhizonata weniger als abgeschlossene Erzählung denn als offenes Geflecht. Alles kann mit allem in Beziehung treten. Welche Verbindung daraus entsteht, bleibt in Bewegung.
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